Dein Inneres ist eine riesige Bibliothek. Jedes Buch darin ist eine gespeicherte Emotion aus deiner Vergangenheit, vor allem aus deiner Kindheit. Auf den Buchrücken stehen Titel wie "Ich bin wertlos", "Ich werde verlassen" oder "Ich muss perfekt sein". Dieses Archiv ist dein emotionales Fundament. Ein Trigger ist nichts weiter als ein Besucher, der durch die Gänge dieser Bibliothek geht und unbewusst ein Buch aus dem Regal zieht. Das aufgeschlagene Buch, dessen alte Geschichte nun im Licht deiner Gegenwart gelesen wird – das ist dein Gefühl. Ein Gefühl ist immer eine Emotion aus der Vergangenheit, die im Jetzt aktiviert wird. Die Wut, die Ohnmacht, die Scham, die dich überrollen, sind nicht neu. Es sind die Echos alter Geschichten. Das Problem ist nicht, dass du diese Bücher besitzt. Das Problem ist, dass du in dem Moment, in dem ein Buch aufgeschlagen wird, vergisst, dass du der Bibliothekar bist. Stattdessen wirst du zur Hauptfigur der alten, schmerzhaften Geschichte und fühlst dich ihr hilflos ausgeliefert. Dein Ziel ist es, die Herrschaft zurückzugewinnen. Du bist der Bibliothekar, nicht die Marionette deiner Bücher.
Wenn der nächste Trigger ein Gefühlsdrama auslöst, tu Folgendes:
Je öfter du diesen bewussten Akt vollziehst, desto mehr Macht gewinnst du. Du wirst feststellen, dass die Besucher zwar immer noch kommen, aber immer seltener ein Buch aus dem Regal ziehen können, das dich aus der Bahn wirft. Denn der Bibliothekar hat die Kontrolle.